Italien verbietet alle Plastikeinkaufstaschen

Verbot der Plastikeinkaufstaschen in ItalienWenn Francesca di Giovanni in Caserta bei Neapel ihre täglichen Einkäufe erledigt, trägt sie Milch, Butter, Käse und Co in einem Stoffbeutel nach Hause. Marco Ruccini erhält eine Papiertüte, wenn er in Mailand am Weg ins Büro einen Snack kauft.

Plastik adé

Plastiktaschen sind seit 2011 in Italien verboten. Die Politiker haben auf den Plastik-Wahn vieler Italiener reagiert. Vor diesem neuen Gesetz waren in kaum einem Land der Welt Plastiktaschen so beliebt, wie in Italien. Bis 2011 haben die Italiener einen gigantischen Plastik-Berg produziert Das Plastik-Problem in Zahlen gefasst: Jeder Mensch in Italien hat vor dem Jahr 2011 jährlich nicht weniger, als 300 Plastiktaschen verbraucht. Alle Italiener zusammen haben auf diese Weise jährlich einen Berg von 200.000 Tonnen Plastik produziert, das entspricht dem doppelten Gewicht der Golden Gate Bridge in San Francisco. Starke Symbolkraft hatten die Bilder von den Müllbergen in Neapel, die weltweit im Fernsehen zu sehen waren. Meist waren es Plastiktüten, aus denen Müll hervorgequollen ist. Tüten aus Bio-Plastik sind der neue Renner Mit dem neuen Gesetz ist damit Schluss.

Die Umweltfreundliche Alternative

Viele Italiener haben seither stets Baumwolltaschen dabei, um Einkäufe nach Hause zu tragen. Das neue Gesetz schreibt vor: Es dürfen nur mehr Tüten verkauft werden, die aus Materialien bestehen, die sich biologisch abbauen lassen. Neben den Baumwolltaschen bieten viele italienische Geschäfte seither Tüten aus sogenanntem Bio-Plastik an. Es handelt sich dabei um einen sehr robusten Stoff. Die Tüte lässt sich mehrere Monate lang verwenden. Danach löst sie sich relativ rasch auf. Nur wenige Italiener finden die neuen Bio-Tüten nicht gut Die Italiener gehen mit dem neuen Gesetz überraschend gelassen um. Die Menschen haben sich an die neuen Tüten schnell gewöhnt. Viele fühlen sich nun auch als Vorbild für andere europäische Länder. Es ist erfreulich zu sehen, wie mit nur wenig Aufwand für den Einzelnen etwas Großartiges für den Schutz der Umwelt geleistet werden kann, sagt Francesca di Giovanni, als sie mit dem Stoffbeutel in der Hand den kleinen Supermarkt verlässt. Weniger erfreut ist der Mailänder Marco Ruccini. Er arbeitet für eine auf Plastiktüten spezialisierte Fabrik. Damit die neuen umweltfreundlichen Beutel hergestellt werden können, waren Investitionen von mehreren Millionen Euro notwendig

Bild: Roman Milert – Fotolia

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